AI-Act für Solo-Selbstständige · Stufe 3 & 6

KI-Nutzung dokumentieren

Was „eigene KI-Nutzung erfassen" und „Umsetzung dokumentieren" — Stufe 3 und 6 der AI-Act-Komplementärkette — konkret bedeuten, unabhängig davon, mit welchem Werkzeug sie am Ende umgesetzt werden.

Von Mario Herold · Veröffentlicht am · Aktualisiert am

Kurzantwort

Stufe 3 und Stufe 6 der AI-Act-Komplementärkette gehören zusammen, auch wenn sie im Modell getrennt aufgeführt sind. Eigene KI-Nutzung erfassen heißt, systematisch festzuhalten, welche KI-Tools in welchem Kontext mit welchen Daten eingesetzt werden. Umsetzung dokumentieren heißt, die daraus abgeleiteten Entscheidungen und Maßnahmen nachvollziehbar festzuhalten. Beide Stufen scheitern in der Praxis am selben Problem: Eine einmalige Erfassung veraltet, sobald sich ein Tool oder ein Use Case ändert, und eine Dokumentation ohne laufende Pflege verliert schnell den Bezug zur tatsächlichen Nutzung. Diese Seite erklärt, was beide Stufen konkret umfassen — unabhängig davon, mit welchem Werkzeug sie am Ende umgesetzt werden.

Zwei Stufen, ein Problem

Ohne Stufe 3 fehlt Stufe 6 die Grundlage. Ohne Stufe 6 bleibt Stufe 3 eine folgenlose Momentaufnahme. Beide sind erst zusammen ein vollständiger Arbeitsschritt.

Stufe 3

Eigene KI-Nutzung erfassen

Jedes eingesetzte KI-Tool, jeder Anwendungsfall und die damit verbundenen Daten strukturiert festhalten — als Ausgangspunkt, nicht als einmalige Bestandsaufnahme.

Stufe 6

Umsetzung dokumentieren

Die daraus resultierenden Entscheidungen, Kennzeichnungen und Maßnahmen ebenso nachvollziehbar festhalten — auch dann noch, wenn sich etwas ändert.

Stufe 3 im Detail: was „erfassen" in der Praxis braucht

Vier Bausteine, die zusammen eine vollständige Erfassung ausmachen:

Ein Tool-Register: welche KI-Tools sind im Einsatz, mit Kategorie und Nutzungskontext.
Eine getrennte Use-Case-Erfassung: wofür wird ein Tool konkret genutzt, welche Daten sind betroffen, wer sieht das Ergebnis.
Eine Risikoeinschätzung je Use Case — nicht pauschal je Tool, weil dasselbe Tool in zwei Use Cases unterschiedlich riskant sein kann.
Ein Rollen- und Transparenz-Check: betrifft der Use Case Kunden, Öffentlichkeit oder direkte Interaktion.

Diese vier Bausteine einzeln in Tabellen oder Formularen zu führen ist möglich — sie aber dauerhaft synchron zu halten, ist die eigentliche Arbeit, die selten in einer Vorlage mitgedacht ist. Genau hier setzt BEN mit Tool-Register, Use-Case-Erfassung, Risiko-Ampel und Rollen- & Transparenz-Check an.

Stufe 6 im Detail: was „dokumentieren" in der Praxis braucht

Vier weitere Bausteine, aufbauend auf Stufe 3:

Maßnahmenstatus je Tool oder Use Case: offen, laufend, erledigt oder extern zu prüfen.
Ein zusammenfassender Arbeitsstand — ein Überblick, der zeigt, wo vollständig dokumentiert ist und wo noch Lücken bestehen.
Ein daraus abgeleitetes, lesbares Dokument — die eigentliche KI-Nutzungsrichtlinie, nicht nur interne Tabellen.
Export und Backup, damit der Stand nicht nur innerhalb eines einzelnen Tools existiert.

Genau hier setzt BEN mit Maßnahmenstatus, Workspace Summary, der daraus erzeugten KI-Nutzungsrichtlinie sowie Export und Backup an — als Ergebnis des Arbeitsstands aus Stufe 3, nicht als davon losgelöstes Enddokument.

BEN ist in dieser Kette nicht primär Kurs, Selbstcheck oder Rechtsberatung, sondern die lokale Arbeits- und Dokumentationsebene dazwischen.

Warum diese beiden Stufen so oft auseinanderfallen

Eine Checkliste deckt in der Regel nur Stufe 3 ab: Sie hilft beim Ausfüllen, nicht beim Verbinden der Einträge untereinander. Ein Dokumentgenerator deckt eher Stufe 6 ab: Er erzeugt ein Dokument aus Antworten, führt aber keinen fortlaufenden Bestand der zugrunde liegenden Nutzung. Die Lücke zwischen beiden Stufen ist genau die Lücke, die entsteht, wenn Erfassung und Dokumentation in getrennten Werkzeugen stattfinden.

Checklisten & Dokumentgeneratoren vs. BEN im Detail →

Häufige Fragen

Muss ich Stufe 3 abschließen, bevor ich mit Stufe 6 beginne?

Nein. In der Praxis laufen beide parallel — jede neue Erfassung in Stufe 3 kann direkt in Stufe 6 Maßnahmen auslösen.

Reicht eine Excel-Tabelle für Stufe 3?

Technisch ja. In der Praxis fehlt einer Tabelle meist die Verbindung zwischen Tool, Use Case, Risiko und Maßnahme — die muss dann manuell nachgehalten werden.

Was gehört in eine KI-Nutzungsrichtlinie?

Das Ergebnis von Stufe 6: die erfassten Tools und Use Cases, die dazugehörige Risikoeinordnung und die daraus abgeleiteten Maßnahmen, in nachvollziehbarer, lesbarer Form.

Wie oft sollte ich Stufe 3 aktualisieren?

Bei jedem neuen Tool oder Anwendungsfall — nicht erst bei der nächsten Jahresübersicht.

Ersetzt das Erfassen automatisch die Offenlegungspflicht aus Artikel 50?

Nein. Erfassen und Dokumentieren sind die Grundlage dafür, die eigene Offenlegungspflicht überhaupt einordnen zu können — welche konkret gilt, klärt Teil 1 dieser Serie.

BEN · AI-Act Readiness KIT

Stufe 3 und 6 in einem Workspace

BEN führt Tool-Register, Use-Case-Erfassung, Risiko-Ampel und Rollen- & Transparenz-Check aus Stufe 3 mit Maßnahmenstatus, Workspace Summary und KI-Nutzungsrichtlinie aus Stufe 6 in einem einzigen, fortlaufend pflegbaren Arbeitsstand zusammen — lokal im Browser, jederzeit exportierbar.

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BEN ist ein Dokumentations- und Orientierungstool. Es ersetzt keine individuelle Rechtsberatung und garantiert keine AI-Act-Konformität.

Stand und Einordnung

Dieser Artikel wurde am veröffentlicht und zuletzt am aktualisiert. Er deckt Stufe 3 und 6 der Serie „AI-Act für Solo-Selbstständige" auf AI-Espresso ab und bietet keine Rechtsberatung.

Mario Herold
Mario Herold
Analyst, Synthese-Architekt und System-Builder · AI-Espresso
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